Lieder und Gedichte

Weihnachtsmahnung

Weihnachtsmahnung

Jetzt schick die Herz de Stroße noo,
ob nit im Schnee ein schreit,
wo statt de Freud e Burde Weh
in d`heilig Nacht uss trait.

Jetzt schick di Herz de Hüser noo,
ob nit im Bett ein wacht.
En kranke Maa, e alti Frau.
Gang, mach`ne hell die Nacht.

Jetzt schick di herz de Hütte zue,
wo d`Armut huust und friert.
Mucksmieslistill sitzt sie, weiß nit,
daß mr hit d`Wienächt fiert.

Und no erscht zünd din Chrischtbaum aa
wenn andre Liecht häscht g`macht.
Mei, no klingt suber s`"Gloria"
und fröhlich s`"Stille Nacht".

Alois Burger

 

d ┤Fasnet (Gedicht)

d ´Fasnet

Schmutz´ge Dunnschtig! - "Strauhmaa, hei!
Renn mr emol no!" -
"D´Fasnet - ´s hät die blanget, Kind, -
jetzet isch sie do!"
Frietig, Samschtig macht sie Paus´.-
Denkt sich ebbis uus.
Doch am Sunntig, Mäntig dro
bringt sie alli druus.
Gumped uff und gumpet ab,
schnurret hin und her.
Durch de Saal, durch d´Stube, d´Stroß
loßt sie Plär um Plär.
Hoorig gohts am Zieschdig zue.
Los au, wie sie kaibt! -
Hät de Xaveri, de alt,
selber no vertaibt.
Schleift ihn am Narreseil
und im Wieberhäs
d´Stegen uff und d´Stegen ab
und verzieht ihm ´s Gfräß.
Zieschdig z´nacht und Zwelfi-Schlag:
D´Fasnet ischt vorbei! -
"Fierobed - jetzt gehn mr heim!"
rieft de Polizei.
D´Fasnet diecht durchs Dörfli ab,
stolpret:"Hoppla-ei! -
Xaveri? - Dir langet´s denk! -
Us ischt d´Narretei!"
"Juchhuuuh!" - ´s Kindli riefts im Schlof,
küderlet und lacht.
"Schlof jetzt Maidli! - D´Fasnet ischt
furt i d´Schwitz hit Nacht!"

Alois Burger

 

Silberdischtel (Gedicht)

Silberdischtel

Oh, Silberdischtel, wart no weng, fang nit a z´blüieh.
No isch es Summer und es Korn nit wieß.
No schient d´Sunn warm und d´Summervögel gutschet,
no findet d´Immli Fuetter a de Wiesestrieß.

No singet d´Vögel i de dunkle Studehäger.
Mund d´Mückli tanzet luschtig uf und ab am Bach.
De Hähliwieh schwebt unter wollne, wieße Summerwölkli-
und jungi Schwälmli dismet unterm breite Dach.

S´kunnt scho vo selber: S´Adjeh ne, es Goh, es Sterbe,
die leere Felder - ´s Herzweh fangt vo selber aa.
En böse Riefe in de Nacht schlaht´s Johr in Scherbe.
No Silberdischtel blüieh, no blüieh! - No bischt du dra!

Alois Burger

 

En Nochruef (Gedicht)

En Nochruef

Er hät gschtohle und hät gloge,
hät si Wiib dihom betroge.
Gsoffe häter, it nu trunkche,
vilmal weng noch Fusel gschtunkche.
Immer wüeschter häters tribe,
doch i de Ziitung hond sie gschribe:
Treu und güetig wärer gsii,
e Mannsbild volle Sunneschii.
A Frau und Chinder wärer ghange,
e Frohnatur ischt vu uns gange.

Wenn du etz weng ehrlich bischt,
no schtimmt nu, dasser gschtorbe ischt.

Hans Flügel

 

Der Schwarzwälder im Breisgau (Gedicht)

Der Schwarzwälder im Breisgau

Z'Müllen an der Post,
Tausigsappermost!
Trinkt me nit e guete Wi!
Goht er nit wie Baumöl i,
z'Müllen an der Post!

Z'Bürglen uf der Höh,
nei, was cha me seh!
O wie wechsle Berg und Tal,
Land und Wasser überal,
z'Bürglen uf der Höh!

Z'Staufen uffem Märt
hen si, was me gert,
Tanz und Wi un Lustberkeit,
was eim numme 's Herz erfreut,
z'Staufen uffem Märt!

Z'Friburg in der Stadt
sufer isch's und glatt,
richi Here, Geld und Guet,
Jumpfere wie Milch und Bluet,
z'Friburg in der Stadt.

Woni gang und stand,
wär's e lustig Land.
Aber zeig mer, was de witt,
numme näumis findi nit,
in dem schöne Land.

Mine Auge gfallt
Herischried im Wald.
Woni gang, se denki dra,
's chunnt mer nit uf d'Gegnig a
z'Herischried im Wald.

Imme chleine Huus
wandelt i und us -
gelt, de meinsch, i sagder, wer?
's isch e Sie, es isch kei Er,
imme chleine Huus.

Johann Peter Hebel

 

Min Wald (Gedicht)

Min Wald

Scho Johr un Dag kumm ech in Wald,
ear ischt min Frind, min liebe.
Mier schtond mitnand uff guetem Fueß,
‘s duet ninnt iis d’ Frindschaft trüebe.

Meng Bomm, wo jetzt vill Zäpfli treit
und ‘s Harz i ‘s Moos verdruelet,
ha ech, als Butzli, scho guet kännt,
bi um in umme gschtruelet.

Bim Hoozig hätt ear Dänndli gsetzt,
zum Fescht Girlande gwunde;
im Schtübli i de heil’ge Naacht
i frohi Herze zunde.

Wenn müedi Auge broche sind
und d’ Seel duet d’ Hoamet finde,
noo giit de Wald zaart Danneriis
zum Dootekränzli binde.

Jetzt ischt min Wald zmool selli krank,
vill Danne drin dont seärbe.
Es garret Säge, .... ‘s kheiet Bämm ....
O Wald, min Wald, du därfscht
und därfscht nitt schteärbe!

Gottfried Schafbuch

 

Samschdigowe (Gedicht))

Samschdigowe

Jetz litte si dr Sundig in.
E Amsel singt im Baum,
Am Kirchturm hänkt dr Sunneschin
Grad wiä-ne goldner Saum.

E Fensterschib blitzt uf im Liächt,
Mr meint schier, daß si brennt.
Wurd widr blind un stauwigwiäscht,
Si schämt sich gar amend.

Ganz still isch’s jetz. Dr Vogel schwiigt,
Au d’ Glocke sin schu miäd.
Dr Newel us dr Matte stiigt
Un schlicht sich nus ins Riäd.

Diä Woch isch rum! Komm, trink e Win
Mit mir im „Griäne Baum“!
Am Kirchturm seller Sunneschin
Isch numme noch e Traum.

Philipp Brucker

 

De Herbscht (Gedicht)

De Herbscht

Uf de Wiese Spinnefäde,
glizig wieß - und dert am Roo
Silberdischtle? - I de Stude
Beeri, blau? -No ischt er doo!

D`Egerschte und d`Quaake händelet
a de Fure noo.
D`Store sammlet sich und d`Schwälmli.-
Welleweg! - No ischt er koo!

S`ischt Herbscht! - Er biet Fierobed.
Mahnet iis: Es Johr goht uus.
Nimmt e Astre, Rose, Dahlie.
Bind` sie zemmet zume Struuß.

Goht mit Kriz und schwarzer Fahne
Gräber b`sueche. - Trait en Kranz.
Nebe dra, im "Hirsche" schenkt er
"Neue" uus bim Chilbitanz.

Alois Burger

 

Ade du lieber Tannenwald (Lied)

Ade du lieber Tannenwald

Ade, du lieber Tannenwald
ade, ade!
Wie rief die Scheidestund so bald
ade, ade!
Mir ist das Herz so trüb und schwer
als rief´s: du siehst ihn nimmermehr
ade, ade!

Ade, du liebes Waldesgrün
ade, ade!
Ihr Blümlein mögt noch lange blühn
ade, ade!
Mögt andre Wandrer noch erfreun
Und ihnen eure Düfte streun
ade, ade!

Und scheid´ ich auch auf lebenslang,
ade, ade!
O Wald, o Fels, o Vogelsang
ade, ade!
An euch, an euch zu aller Zeit
gedenke ich in Freudigkeit!
ade, ade!


Text: Johann Nepomuk Vogl 1836 (1802-1866)
Musik: Heinrich Esser (1818-1872)

 

O Heimat am Rhein alemannisches Land (Lied)

O Heimat am Rhein alemannisches Land

O Heimat am Rhein
alemannisches Land
o Strombraut, geliebte,
dich faßt meine Hand
Hier hoch auf dem Blauen
auf Schwarzwaldhöh
hier grüß ich die Heimat
so weit ich nur seh

Vogesen, darüber der Goldduft wallt
ihr Berge von herrlicher Hochgestalt
ihr fesselt den Blick, dann schweifet er hin
nach Süd, wo die Alpen, die ewigen, glühn

Und waffn ich den Blick und schau ich hinaus
ich schaue die Heimat, die weite, nicht aus
die sonnigen Gauen, voll Reiz und voll Wein
die lachenden Lande, durchströmet vom Rhein

Ihr Fluren, ihr Täler, ihr Waldungen grün
ihr Burgen, ihr Städte mit Münstern kühn
ihr Völklein, Glück und Gefahren vertraut
behüt euch der Himmel, der über euch blaut

Wohl trennen mag Schicksal ein Volk und ein Land
doch einigt die Herzen ein ewiges Band
und macht uns zu Brüdern und schließet uns ein
in ein Paradies, unsre Heimat am Rhein

Text: Ludwig Eichrodt -
Musik: auf die Melodie von Mein Herz ist im Hochland bzw. Wie glüht er im Glase

 

Schön ists in den Wald zu gehn (Lied)

chön ists in den Wald zu gehn

Schön ist´s in den Wald zu geh´n
Wald zu geh´n Wald zu geh´n
schön ist´s auf der Berge Höhn
wenn das Wetter schön
Am Samstag nacht ziehn die Waldbrüder
zum Schwarzwald wieder
singen froh Lieder
ob´s regnet, ob der Mond scheint nieder
das macht uns gar nichts aus
wir ziehn hinaus

Und dann gehts von abends acht
bis ganz sacht naht die Nacht
Dann wird wieder Rast gemacht
und an Grog gedacht
Im Hüttchen klein beim Schein der Kerzen
bei Lachen, Scherzen
gibt´s frohe Herzen
man schläft dann frei von Sorg und Schmerzen
bis dann die Sonn´ erwacht
mit ihrer Pracht

Den Berg hinauf bei Sonnenaufgang
froher Sang, heller Klang
abends dann das Tal entlang
unser schwerster Gang
Dann lobt den Schwarzwald die Waldbruderschaft
weil er uns Mut und Kraft
und frohe Stunden schafft
und sitzen wir beim edlen Rebensaft
dann bleiben wir dabei
Prosit, Berg frei

Wenn ich einst gestorben bin
komm ich in den Himmel rin
Petrus schreit zum Fenster raus
Berg frei du altes Haus
So komm noch rin du knitzes Luder
du bist Waldbruder
darum ein Guter
ins Paradies mich führen tut er
und sagt: dort in der Mitt
do steht dei Hütt

Ach wie ist´s im Paradies
doch so süß, doch so süß
ohne Bergschuh´an den Füss
geht ins Paradies
man krabbelt barfuß auf der Wolke rum
des Ding es gar net dumm
man lacht sich beinah krumm
Statt Grog gibt´s Nektar und Ambrosius
das ist ein Hochgenuss
jetzt ist Schluss

unbekannter Verfasser

 

Badnerlied (Lied)

Badnerlied

1.
Das schönste Land in Deutschlands Gauen,
das ist mein Badnerland,
es ist so herrlich anzuschauen,
und ruht in Gottes Hand.

Refrain:
drum grüß' ich Dich mein Badnerland - Badnerland,
Du edle Perl' im deutschen Land - deutschen Land,
frisch auf, frisch auf,
frisch auf, frisch auf,
frisch auf, frisch auf, mein Badnerland !

2.
Zu Haslach gräbt man Silbererz, Bei Freiburg wächst der Wein,
Im Schwarzwald schöne Mädchen,
Ein Badner möcht' ich sein !

Refrain:
drum grüß' ich Dich mein Badnerland - Badnerland,
Du edle Perl' im deutschen Land - deutschen Land,
frisch auf, frisch auf,
frisch auf, frisch auf,
frisch auf, frisch auf, mein Badnerland !

3.
In Karlsruh' ist die Residenz,
In Mannheim die Fabrik,
In Rastatt ist die Festung,
und das ist Badens Glück !

Refrain:
drum grüß' ich Dich mein Badnerland - Badnerland,
Du edle Perl' im deutschen Land - deutschen Land,
frisch auf, frisch auf,
frisch auf, frisch auf,
frisch auf, frisch auf, mein Badnerland !

4.
Alt Heidelberg du Feine,
Du Stadt an Ehren reich,
Am Neckar und am Rheine,
Keine And're kommt Dir gleich.

Refrain:
drum grüß' ich Dich mein Badnerland - Badnerland,
Du edle Perl' im deutschen Land - deutschen Land,
frisch auf, frisch auf,
frisch auf, frisch auf,
frisch auf, frisch auf, mein Badnerland !

5.
Üb immer Treu' und Redlichkeit,
Bis in Dein kühles Grab,
Und weiche keinen Fingerbreit,
Vom Badner Wege ab !

Refrain:
drum grüß' ich Dich mein Badnerland - Badnerland,
Du edle Perl' im deutschen Land - deutschen Land,
frisch auf, frisch auf,
frisch auf, frisch auf,
frisch auf, frisch auf, mein Badnerland !

 

O Schwarzwald, o Heimat (Lied)

O Schwarzwald, o Heimat

O Schwarzwald, o Heimat, wie bist du so schön!
Wie lokken das Herz deine schwarzdunkeln Höhn
Zum fröhlichen Wandern in Hochsommerzeit,
Zum Rasten in heimlicher Einsamkeit,
Im traulichen Mühlgrund, bei Quellengetön:
O Schwarzwald, o Heimat, wie bist du so schön!

O Schwarzwald, o Heimat, wohl hat mir die Welt
Mit köstlichen Wundern die Seele geschwellt:
Die lachende Ferne erschloß ihre Pracht,
Doch hab' ich in Liebe stets deiner gedacht,
Im Traum sah ich winken die schwarzdunkeln Höhn:
O Schwarzwald, o Heimat, wie bist du so schön!

O Schwarzwald, o Heimat, dein Rauschen erklang
Ins Träumen des Kindes, wie Wiegengesang,
Und später, da gabst du dein weites Revier
Zum Tummelplatz fröhlicher Spiele mir;
Die lauschigen Täler, die schauenden Höhn:
O Schwarzwald, o Heimat, wie bist du so schön!

O Schwarzwald, o Heimat, noch heut' füllt die Brust
Ein Nachklang der schwärmenden, brausenden Lust,
Mit der du die Stirn mir beim Maitrank bekränzt,
Wo Schönheit und Liebe den Becher kredenzt,
Bei Tanz und bei Liedern und Waldhorngetön:
O Schwarzwald, o Heimat, wie war das so schön!

O Schwarzwald, dein Zauber bleibt ewig uns neu,
Drum lieb' ich dich innig, dich lieb' ich getreu,
Und kommt einst mein Stündlein, bei dir nur allein,
Von dir überwölbt, will begraben ich sein,
Wo Waldvögel jubeln von frühroten Höhn:
O Schwarzwald, o Heimat, wie bist du so schön!

Ludwig Auerbach

 

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